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Hilarius von Poitiers

 

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Die Weihe des Hilarius von Poitiers, Handschrift des 14. Jahrhunderts

Hilarius von Poitiers (französisch Saint-Hilaire; * um 315 in Poitiers; † 367 ebenda) war ein Bischof und Kirchenlehrer und während des Arianischen Streits einer der herausragendsten Vertreter der Trinitarier in der Westlichen Kirche.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Kirchengeschichtliche Zeitumstände
  • 2 Leben
  • 3 Bedeutung
  • 4 Schriften
  • 5 Gedenktag
  • 6 Literatur
  • 7 Weblinks

Kirchengeschichtliche Zeitumstände

Hilarius lebte und wirkte in der Zeit des Arianischen Streits. Als er etwa fünf Jahre alt war, kam es zum Streit zwischen Arius und Alexander von Alexandria, als er zehn Jahre alt war, fand das erste Konzil von Nicäa statt. Hilarius wirkte während der Regierungszeit von Constantius II. und Julian, war einige Jahre jünger als Athanasius und einige Jahre älter als Basilius von Caesarea und Gregor von Nazianz, deren Wirken erst nach seinem Tod begann.

Leben

Hilarius wuchs in einer wohlhabenden heidnischen Familie auf, studierte wie damals üblich, Philosophie und Rhetorik, um dann römischer Beamter zu werden. 345 ließ er sich mit Frau und Tochter taufen und bereits fünf Jahre später wählte ihn die kleine christliche Gemeinde von Pictavium (Poitiers) zu ihrem Bischof. Er war der erste Bischof von Poitiers, der namentlich bekannt ist. In dieser Eigenschaft taufte er 351 Martin von Tours.

Schon bald musste er im Arianischen Streit Stellung nehmen. In einem Brief an Kaiser Constantius II. ermahnte er diesen, von seiner Politik des Zwangs Abstand zu nehmen, die er in den Konzilien von Arles und Mailand gezeigt hatte. Im Konzil von Beziers gehörte Hilarius zu den wenigen, die sich weigerten, Athanasius zu verurteilen, worauf er von Kaiser Constantius 356 nach Phrygien verbannt wurde, wie es bereits anderen nizänischen Bischöfen des Westens gegangen war, die Constantius auf einem Konzil widersprochen hatten.

In Phrygien hatte Hilarius Gelegenheit, die Kirchenväter und die Lehren des Ostens aus der Nähe zu studieren. Auch verfasste er dort zwei lateinische Abhandlungen über die Trinität (De Synodis und De Trinitate), um den Bischöfen des Westens verständlich zu machen, worum es in diesem Streit ging. Die vom Kaiser unterstützten arianischen Bischöfe von Phrygien erachteten die Lehr- und Schreibtätigkeit des Hilarius unter ihren Augen als Ärgernis an.

Die „Semi-Arianer“, die sahen, wie furchtlos er den Arianismus kritisierte, dachten, dass er ihnen in ihrer Sache helfen könne, und luden ihn 359 zum Konzil von Seleukia ein. Hilarius kritisierte dort jedoch ihre Sichtweise scharf, woraufhin sie ihn noch vor Ende des Konzils entließen.

Als er dann als Reaktion auf das Konzil von Konstantinopel von 360 einen weiteren Brief an Constantius schrieb, in dem er offerierte, seinen Glauben öffentlich vor ihm und einem Konzil zu verteidigen, kam dieser zum Schluss, dass dieser „Säer von Uneinigkeit und Unruhestifter des Ostens“ in Gallien vermutlich weniger Unheil anrichten würde als im Osten, und beendete sein Exil. Niemand befahl jedoch Hilarius auf dem schnellsten Weg heimzukehren, also reiste er in aller Ruhe durch Illyrien und Italien und predigte auf dem Weg überall gegen den Arianismus.

Bei seiner Rückkehr wurde er als Held des nizänischen Glaubens empfangen. Ein Konzil in Paris 361 unter seiner Leitung exkommunizierte Saturninus von Arles, der im Auftrag des Kaisers die Konzile von Arles und Beziers geleitet hatte.

Bedeutung

Hilarius spielte eine wesentliche Rolle in der Vermittlung von östlicher Theologie in die lateinische Welt, und auch umgekehrt. Ähnlich wie Ambrosius von Mailand beherrschte er sowohl Griechisch wie auch Latein. Er ist einer jener lateinischen Kirchenväter, die auch in der Orthodoxen Kirche bis heute sehr geschätzt werden.

Neben Theologie hatte er im Osten noch etwas weiteres kennengelernt: christliche Hymnen. Im Westen waren bisher nur Psalmen und Bibeltexte vertont worden. Hilarius war vermutlich der erste, der lateinische Kirchenlieder schrieb.

Fridolin von Säckingen, der zunächst in Poitiers in Gallien tätig war, erhob die Gebeine des heiligen Hilarius von Poitiers und erbaute eine Kirche.

Schriften

  • Kommentar zum Matthäusevangelium. Vermutlich das älteste Werk und das einzige, bei dem nichts darauf hinweist, dass es von einem Bischof verfasst wurde; somit vermutlich vor Hilarius' Bischofsweihe geschrieben.
  • De Synodis (Über die Konzilien)
  • De Trinitate (Über die Trinität)
  • Tractatus super Psalmos (Traktat über die Psalmen)

Gedenktag

  • Evangelisch: 13. Januar im Evangelischen Namenkalender
  • Katholisch: 13. Januar (Nicht gebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender).
    • In Poitiers: Übertragung der Gebeine am 26. Juni
  • Anglikanisch: 13. Januar
  • Orthodox: 13. Januar

Der 13. Januar ist der Tag der Beisetzung von Hilarius.

1851 wurde er von Pius IX. zum Kirchenlehrer erklärt.

Hilarius gilt als Schutzpatron von Poitiers, La Rochelle und Luçon; der schwächlichen Kinder und gegen Schlangenbiss.

Er ist Namenspatron zahlreicher Kirchen.

Literatur

  • Hans Lietzmann: Hilarius 11. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band VIII,2, Stuttgart 1913, Sp. 1601–1604.
  • Adalbert Hamman, Alfons Fürst: Kleine Geschichte der Kirchenväter. Einführung in Leben und Werk. Herder, Freiburg 2004, ISBN 3-451-28516-9, S. 156–163.

Weblinks

Bild anzeigen Commons: Hilarius von Poitiers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und über Hilarius von Poitiers im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Hilarius von Poitiers im Ökumenischen Heiligenlexikon
  • Gesamtwerk aus Migne, Patrologia Latina
  • Werke in der Bibliothek der Kirchenväter in deutscher Übersetzung
Vorgänger Amt Nachfolger
Agon Bischof von Poitiers
349 - 367
Pascentius

 


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