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Mariä Aufnahme in den Himmel

 

Mariä_Aufnahme_in_den_HimmelMariä Aufnahme in den Himmel
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Mariä Himmelfahrt, Tizian, um 1516

Mariä Aufnahme in den Himmel (lateinisch Assumptio Beatae Mariae Virginis ‚Aufnahme der seligen Jungfrau Maria‘), auch Mariä Himmelfahrt oder lateinisch Dormitio (‚Entschlafung‘), ist das kirchliche Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August und in manchen Staaten auch ein gesetzlicher Feiertag. Es wird mindestens seit dem 5. Jahrhundert begangen. Andere Bezeichnungen sind Vollendung Mariens oder Heimgang Mariens.

In den Ostkirchen trägt es den Namen Hochfest des Entschlafens der allheiligen Gottesgebärerin, in der syrisch-orthodoxen Kirche auch Entschlafung der hochheiligen Meisterin unser, der Gottesgebärerin. Die Ostkirchen begehen das Fest am 15. August des griechisch-orthodoxen und gregorianischen Kalenders oder, wie die russisch-orthodoxe Kirche und die sogenannten Altkalendarier, am 15. August des julianischen Kalenders, der dem 28. August des gregorianischen Kalenders entspricht. Die armenisch-apostolische Kirche feiert es an dem Sonntag, der dem 15. August am nächsten liegt. Im Generalkalender der römisch-katholischen Kirche hat es den Rang eines Hochfestes.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Theologischer Hintergrund
  • 2 Brauchtum
    • 2.1 Katholische Kirche
    • 2.2 Orthodoxe Kirchen
    • 2.3 Armenisch-apostolische Kirche
  • 3 Gesetzlicher Feiertag
  • 4 Heraldik
  • 5 Musik
  • 6 Mariengedenktag evangelischer Kirchen
  • 7 Siehe auch
  • 8 Literatur
  • 9 Weblinks
  • 10 Einzelnachweise

Theologischer Hintergrund

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Entschlafung Mariens, unbekannter tschechischer Meister (um 1340–1345)

Das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel geht auf ein Marienfest zurück, das Cyrill von Alexandrien im 5. Jahrhundert einführte. Dieses Fest legte er auf den 15. August. Mit der Nachfeier dieses Festes endet in den Ostkirchen das Kirchenjahr, das am 1. September mit der Vorfeier der Geburt der Gottesgebärerin (8. September) beginnt.

Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel ist seit dem 6. Jahrhundert bezeugt und wurde 1950 von Papst Pius XII. in der Apostolischen Konstitution Munificentissimus Deus für die römisch-katholische Kirche zum Dogma erhoben. In die Lauretanische Litanei wurde die Anrufung „du Königin, in den Himmel aufgenommen“ eingefügt. Das von Papst Pius XII. im Jahr 1954 eingeführte Fest Maria Königin wurde 1969 auf den 22. August, den Oktavtag des Maria-Himmelfahrt-Fests, verlegt.

Über die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel wird zwar nicht in den kanonischen Schriften berichtet, jedoch werden einige Schriftstellen als Hinweise darauf gedeutet (vergleiche etwa Offb 12,1 EU und Krönung Mariens). In apokryphen Evangelien wird ausführlich darüber berichtet, die Apostel seien von ihren Missionsorten durch die Luft an das Sterbebett Marias gebracht worden, entweder nach Jerusalem oder nach Ephesus. Sie hätten Maria nach deren Tod bestattet – auch der Leichenzug mit Straf- und Heilungswundern an jüdischen Zuschauern wird beschrieben – und das Grab mit einem großen Stein verschlossen; aber sofort sei Christus mit den Engeln erschienen, der Stein sei weggewälzt worden und Christus habe Maria herausgerufen. Diese Niederschrift, die wahrscheinlich auf eine verlorengegangene Schrift Transitus Mariae (Hinübergang Mariens, geschrieben um 400) zurückzuführen ist, wurde besonders für die liturgischen Texte der byzantinischen Kirchen wichtig.

Auch wenn umgangssprachlich im Deutschen der Ausdruck Mariä Himmelfahrt geläufig ist, ist das Festgeheimnis der Aufnahme Mariens in den Himmel von dem der Himmelfahrt Christi zu unterscheiden.

In vielen Sprachen werden daher zwei verschiedene Bezeichnungen benutzt, etwa im Lateinischen: Ascensio Domini ‚Auffahrt des Herrn‘, aber Assumptio Mariae ‚Aufnahme Mariens‘. Allerdings sagen die Griechen, die nicht von ‚Mariä Himmelfahrt‘ reden (vgl. unten), für ‚Christi Himmelfahrt‘ ἡ Ἀνάληψις τοῦ Κυρίου, was lateinisch Assumptio Domini hieße.

Das Fest hat auch den schon früher bezeugten Namen Dormitio Mariae (lat.), Koimesis (griech.) oder Mariä Entschlafung. In der orthodoxen Kirche, die die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel nicht dogmatisiert hat, wird ausschließlich diese Bezeichnung verwendet. Auf der Festikone nimmt Christus die Seele Marias (dargestellt als Wickelkind) in Empfang, und im Kontakion des Festes heißt es: „Die in Fürbitten unermüdliche Gottesgebärerin haben Grab und Tod nicht überwunden, denn sie als die Mutter des Lebens hat er zum Leben hinübergeführt.“

Brauchtum

Katholische Kirche

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Mariä Aufnahme in den Himmel, Hochaltargemälde von Eduard von Steinle in der fürstlichen Hauskapelle von Schloss Löwenstein

In alten Kalendern findet sich das Fest als Requies Mariae, Pausatio Mariae, unser frawn tag der schidung, unsern Vrowen tag der schidung, unser fraun tag der schidung, unnser Frauen Tag der Schidung, unser lieben frawn tag der schidung, Unser Lieben Fraun tag der Schidung, heiliger tag der schidung durch Gots lieb vnd der junckfrawen Maria, beziehungsweise in Transkriptionen als Unserer Frauen Tag der Scheidung oder unserer lieben Frauen Tag der Scheidung. In Bayern wird es als „großer Frauentag“ bezeichnet (im Unterschied zum „kleinen Frauentag“ am 8. September, dem Fest Mariä Geburt).

An diesem Tag werden in der katholischen Kirche verbreitet auch Kräuter gesegnet. In Urkunden des 14. Jahrhunderts heißt es etwa „Unserer Lieben Frauen Wurzelweihe“.

Vor allem im süddeutschen Raum und in Tirol finden abends feierliche Pontifikalämter mit anschließenden Prozessionen statt. Zu den bedeutendsten zählt die Fatima-Schiffsprozession in Lindau am Bodensee mit sieben Schiffen und rund 4.000 Besuchern. Das mit Abstand größte Pontifikalamt mit Lichterprozession wird im bayerisch-schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild gefeiert. Im Sommer 2009 kamen allein 18.000 Gläubige. Seit dem Jahr 1640 finden zu den Gnadenbildern in St. Marien und St. Laurentius in Warendorf im Münsterland Wallfahrten statt. Das Fest wird am Wochenende nach dem Fest mit einer großen Stadtprozession begangen. Im ostwestfälischen Ort Ostenland bei Delbrück wird seit 2010 am jeweils darauf folgenden Sonntag das Fest Mariä Himmelfahrt mit einer großen Lichterprozession begangen.

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Mariä Himmelfahrt in Novara di Sicilia

In Italien ist der 15. August, der Tag von Mariä Himmelfahrt, traditionell ein arbeitsfreier Feiertag namens Ferragosto, der wahrscheinlich auf die Römerzeit zurückgeht.

Orthodoxe Kirchen

In den orthodoxen Kirchen findet vor dem Fest der Entschlafung Mariens das zweiwöchige Marienfasten statt, in dem auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte und in der Regel auch auf Wein und Öl verzichtet werden soll. Am Festtag ist es mancherorts Brauch, beim Kirchgang zur Vesper ein Blumensträußchen zu pflücken und die Festikone damit zu schmücken.

Armenisch-apostolische Kirche

In der armenisch-apostolischen Kirche wird unmittelbar im Anschluss an das Fest, das am Sonntag zwischen dem 12. und 18.  August stattfindet, die Traubenernte gesegnet. Erst danach beginnt man mit der Verarbeitung der Trauben. Der Ursprung der Segnung liegt in der Verehrung der altarmenischen Muttergottheit Anahit, die sich aus der iranischen Anahita entwickelt hat. Für die urartäischen Könige im 1. Jahrtausend v. Chr. war es als Zeichen ihrer Machtfülle zwingend erforderlich, bei Amtsantritt einen Weinberg zu stiften. Für die nachfolgenden Armenier entwickelte sich daraus der Weinbau zu einem Symbol der nationalen Identität, weshalb er mit einer christlichen Tradition verbunden wurde.

Gesetzlicher Feiertag

Auf der Mainzer Synode von 813 wurde unter Leitung von Erzbischof Richulf das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel trotz einer vorangegangenen Vereinheitlichung der Feiertage dem Römischen Generalkalender hinzugefügt. Mariä Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag in Österreich (§ 7 Arbeitsruhegesetz), der Staatsfeiertag im Fürstentum Liechtenstein (Arbeitsgesetz Art. 18 Abs. 2), ein den Sonntagen gleichgestellter Feiertag in acht Kantonen der Schweiz (nach Art. 20a Abs. 1 ArG) sowie in sieben weiteren Kantonen ein zumindest in einigen Gemeinden arbeitsfreier Tag, in zwei Ländern Deutschlands zumindest teilweise ein gesetzlicher Feiertag, im Saarland nach § 2 SFG und in Bayern nach Artikel 1 Absatz 1 des Gesetzes über den Schutz der Sonn- und Feiertage (FTG) in Gemeinden mit „überwiegend katholischer Bevölkerung“. Dabei ist „überwiegend“ nach Art. 1 Abs. 3 FTG nicht durch die absolute oder relative Mehrheit der Bevölkerung definiert, sondern nur durch den Vergleich der Mitgliederzahl der römisch-katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirche in der jeweiligen Gemeinde. Daher ist der Tag zum Beispiel in München gesetzlicher Feiertag, obwohl der Bevölkerungsanteil der Katholiken in München nur knapp ein Drittel beträgt. Entsprechend den Bevölkerungsstatistiken ist Mariä Himmelfahrt derzeit in 1704 von 2056 (~83 %) bayerischen Gemeinden gesetzlicher Feiertag.

Ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag ist Mariä Himmelfahrt in einer Reihe weiterer überwiegend katholischer Länder, wie etwa Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Slowenien und Spanien, ebenso in den überwiegend orthodoxen Staaten Griechenland, Georgien, Rumänien und Zypern.

Im Bundesland Tirol wurde das Fest Mariä Himmelfahrt im Jahr 1959 zum Gedenken an die Befreiung Tirols im Jahr 1809 zum Landesfeiertag mit der Bezeichnung Hoher Frauentag erklärt.

Heraldik

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Wappen von Santa Maria in Calanca

Die in den Himmel aufgenommene Gottesmutter erscheint unter anderem im Wappen der Gemeinde Santa Maria in Calanca.

Musik

Heinz Martin Lonquich komponierte 2003 eine Deutsche Messe auf die Texte von Mariae Himmelfahrt.

Mariengedenktag evangelischer Kirchen

Der 15. August wird auch von manchen evangelischen Kirchen mit Maria verbunden. Da der Gedanke einer leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel mit der evangelischen Theologie nicht vereinbar ist, gilt der Tag schlicht als Todestag und damit Gedenktag der Maria, der offiziell in den Heiligenkalendern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika und der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode sowie der Anglikanischen Kirchen geführt wird. Vor der Einführung des Evangelischen Namenkalenders fand sich dieses Datum unter Namen wie „Mariä Verscheiden“ auch in regionalen evangelischen Kalendern des deutschsprachigen Raumes.

Siehe auch

  • Mariä-Himmelfahrt-Kirche, Kirchen
  • Christi Himmelfahrt
  • Dormitio
  • Würzbüschel

Literatur

  • Stephen J. Shoemaker: Ancient Traditions of the Virgin Mary’s Dormition and Assumption. Oxford University Press, Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-925075-8 (Oxford Early Christian Studies).
  • Hermann Sasse: Maria und der Papst – Bemerkungen zum Dogma von der Himmelfahrt Mariae. In: Hermann Sasse: In statu Confessionis. Herausgegeben von Friedrich Wilhelm Hopf. Band 1. Verlag Die Spur, Berlin u. a. 1966, S. 205–217.
  • Karl Spiegel: Der Würzbüschel am Feste Mariae Himmelfahrt in Unterfranken, Mitteilungen und Umfragen zur Bayerischen Volkskunde, Neue Folge, 26/27 (1911), S. 201–212.
  • Florian Kolfhaus: Stärker als der Tod – Warum Maria nicht gestorben ist. Media Maria, Illertissen 2016, ISBN 978-3-945401-20-0.

Weblinks

Bild anzeigen Commons: Mariä Aufnahme in den Himmel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ikonen der Entschlafung der Gottesmutter
  • Das Christentum – Die Feste (religion.orf.at)
  • The rejection of the term Theotokos by Nestorius Constantinople and the refutation of his teaching by Cyril of Alexandria
  • Maria – Assunta – Aufnahme Marias in den Himmel Ökumenisches Heiligenlexikon
  • Karte der Gemeinden im Freistaat Bayern, in denen im Jahr 2015 Mariä Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag war

Einzelnachweise

  1. Sergius Heitz: Mysterium der Anbetung. ISBN 3-922727-23-9. S. 709.
  2. Klaus Schreiner: „Marias Heimgang“ (Transitus Mariae) als Quelle antijüdischer Bildformen. In: Ders.: Rituale, Zeichen, Bilder. Formen und Funktionen symbolischer Kommunikation im Mittelalter, Köln (Böhlau) 2011, S. 244ff.
  3. Himmelfahrt: Tausende pilgern auf dem Bodensee. In: Schwäbische Zeitung, 14. August 2009, abgerufen 11. August 2014
  4. Mariä Himmelfahrt – ein österliches Fest im Sommer. In: Augsburger Allgemeine, abgerufen 16. August 2009
  5. Fabian Güth: Große Jubiläums-Lichterprozession in Ostenland am 17. August 2014. Pastoralverbund Boke-Ostenland, 16. Juli 2014, abgerufen am 5. August 2014.
  6. Feasts Related to Mary. The Armenian Church
  7. Hripsime Pikichian: Festival and Feast. In: Levon Abrahamian, Nancy Sweezy (Hrsg.): Armenian Folk Arts, Culture, and Identity. Indiana University Press, Bloomington 2001, S. 217
  8. Wilhelm Kohl: Das Domstift St. Paulus zu Münster, Band 1. 1987, ISBN 978-3-11-011030-2, S. 413 (online).
  9. Gesetz über die Sonn- und Feiertage (PDF; 21 kB)
  10. Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage
  11. Verzeichnis der Gemeinden Bayerns mit überwiegend katholischer oder evangelischer Bevölkerung des Bayerischen Landesamtes für Statistik, abgerufen am 7. August 2015
  12. Der hohe Frauentag. In: aschbacher-schuetzen.at, abgerufen am 15. August 2013
  13. 15. August im Ökumenischen Heiligenlexikon

 


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